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Eine miese Hafengeschichte aus Duisburg

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Eine miese Hafengeschichte
aus Duisburg…

Wir befanden uns in der Talfahrt von Stuttgart kommend, wo wir gelöscht hatten und waren weiter unterwegs nach Rotterdam zur wieder Beladung, als uns am Samstag, den 29. Juni 2019, in Remagen von einem unserer Kompressoren ein elektronisches Steuergerät um die Ohren flog. Unser Haupt- oder Antriebsmotor, eine MAN, wird pneumatisch, also Pressluftunterstützt gestartet, gestoppt und geregelt. Ohne Pressluft ist dieser Motor also nicht von der Stelle zu bewegen. Nicht wirklich das große Problem, denn wir haben genau für diesen Fall zwei Kompressoren.

Doch damit auch weiterhin ein unbedenklicher Ersatz betriebsbereit bleibt, muss dieser defekte Kompressor natürlich baldigst repariert werden. Diese 2000 Tonnen Diesel, die wir übermorgen in Rotterdam unbedacht laden können, da Papa Rhein schon das ganze Jahr über einen hervorragenden Wasserstand führt, können wir problemlos mit drei Meter Tiefgang bewältigen. Etwas bedenklich, dass die Menschheit von dieser überaus erfreulichen „Guten Wasserstand Situation“ nichts über die Medien erfahren darf. Wir liegen mit drei Meter Tiefgang sogar noch mit 20 cm unter der augenblicklich möglichen Abladetiefe recht gut, und nicht „Hart aufs Wasser“ wie man im Fachjargon so sagt, wenn man seinen Tiefgang, den Abstand vom Schiffsboden zum Flussgrund, ziemlich ausgereizt hat. „Eine Handbreit Wasser unterm Schiff“ ist übrigens nicht nur ein weiser Spruch, ein Wunsch oder eine Überlieferung alter Schiffsleute, die man sich zuruft. Diese Handbreit Wasser unterm Schiff ist sehr real, gerade wenn der Wasserstand, wie im letzten Jahr 2018, so extrem niedrig ist.

Des Schiffers Erfahrung und Fingerspitzengefühl sind es, die dazu beitragen, dass diese Hindernisse seit Jahrhunderten unbeschadet gemeistert werden. So bietet er dem Vater Rhein die Stirn und zeigt ihm, dass man sich etwas Besseres einfallen lassen muss, als ihm einen über die Tage Kieshaufen in den Fahrweg zu schmeißen. Manchmal scheint es, er würde auch ganz gerne ein wenig Spaß mit den Schiffen haben wollen, die ihm ständig den Rücken kratzen. Die Wasserstände des Mittelrheins schränken zurzeit diese Möglichkeit so tief abzuladen mehr ein, als die Wasserstände des Oberrheins. Manchmal ist es gelegentlich eine neu gewachsene Anhäufung, halb so groß wie ein Fußballplatz, dennoch mehrere Tausend Tonnen Kies und Sand im Mittelrhein, die es verhindern, 20 oder 30 Zentimeter tiefer abzuladen, um mehr Tonnen zu transportieren, da man über diese seichten Stellen hinweg fahren muss, um seine Reise fortzusetzen. Aber ich wollte ja von meiner neuesten miesen Geschichte in Duisburg erzählen. Wir fuhren also nach Rotterdam und alles klappte dank ausgeklügelter Logistik wie am Schnürchen und schon am Sonntag konnten wir Rotterdam wieder in Richtung Karlsruhe verlassen.

Noch am Samstag, als der Schaden am Kompressor auftrat, informierte ich unsere Technik. Ich würde mich melden, wenn das Schiff beladen ist und wir den Rhein wieder hinauf fahren. Nebenbei bat ich noch darum, einen Elektroniker für eine Feinjustierung unserer Radaranlagen zu bestellen, dieser sollte auch ein neues Windrad für unsere Windmesseinrichtung mitbringen, welches lustiger Weise der letzte Sturm davon geblasen hat. Die Techniker der Reederei nutzten die Gelegenheit, auch den Sachverständigen Prüfer für unser Gasspürgerät, welchen jährlich geprüft werden muss, zu beauftragen. Und so ganz nebenbei soll auch noch ein Schiffsschreiner kommen, um unsere Küchen auszumessen, denn wir sollen erfreulicher Weise in absehbarer Zeit, nach 32 Jahren neue Küchen in unseren Unterkünften erhalten. Dies alles sollte in Duisburg-Ruhrort stattfinden.

Am Montag, den 01.07.2019, als wir uns in Wesel den Rhein hinaufschoben, noch 40 Kilometer von Duisburg entfernt, gute 4 Stunden Fahrzeit also, stand das Telefon nicht still, unfassbar wie das alles klappte, ist ja nicht immer so. Der Elektroniker, der Schreiner und der Sachverständige riefen an und erfragten unsere Position und wann wir in Duisburg sein würden. Ich verblieb mit allen so, ich würde uns bei Ankunft Duisburg einen Liegeplatz suchen, welche auch in diesem gigantischen und größten Binnenhafen Europas sehr rar sind, mich dann melden und meine Position mitteilen, wo genau sie mich finden können. Die einzige, für ein Tankschiff gute Möglichkeit, eventuell einen Liegeplatz zu finden, ist der Hafenkanal, in den ich dann auch um 14:30 Uhr gegen den Strom fahrend, eingelaufen bin, an dem in den Rhein glotzenden 5 Meter hohen „Schwollschädel“ Poseidon vorbei, dieser riesigen am linken Ufer stehenden Kopffigur.

„Schwollschädel“ Poseidon

Angeblich grüßt er rheinaufwärts blickend die Binnenschifffahrt, so hieß es damals am 27. Mai 2016 in den Printmedien, als Onkel und Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, das von der Hafen AG gestiftete Monstrum enthüllte. Dreihundert Jahre Hafen Duisburg feierte man damals. Halt nein, feierten SIE damals, muss es eigentlich heißen.

Mit Pauken und Trompeten, Austern, Kaviar und Hektoliter weise Dom Pérignon hoben sie sich wahrscheinlich für ihre Wahnsinns Leistungen gegenseitig in den Himmel. Wie schön, dass es doch die Schifffahrt gibt, die diesen Hafen schon vor 300 Jahren notwendig gemacht hat.

Eigentlich mag ich Kunst dieser Art ganz gut leiden und objektiv betrachtet hat er etwas sehr Schönes geschaffen dieser Künstler, Markus Lüpertz. Wenn diese Kunst allerdings etwas widerspiegelt, was nicht so ist, etwas verfälscht oder ausschließlich den Spendern zu Ruhm und Ehre verhilft und es ausschließlich um dieses unter Umständen geschmacklose Verlangen geht, etwas besonders Großartiges gespendet zu haben, dann hab ich mit dem „drum herum“, dieser Heuchelei, mit Hilfe dieses großen Gottes, dem Poseidon als Mittel zum Zweck, ein Problem.

Ich und viele andere fühlten sich, so denke ich, noch nie von Poseidon, in Vertretung dieser Stadt gegrüßt. Man könnte ihn eher rufen hören, „Verschwindet, und wagt es nicht, diesen Hafen zu befahren, wenn ihr keine Waren liefert.“ Diese halbe Millionen Euro, die dieses Monument gekostet haben soll wären auch sehr gut in weitere Liegeplätze oder für die Sanierung, der wenigsten zu einem kleinen Teil, alten dem Verfall drohenden Liegeplätze, sehr gut angelegt gewesen. Damit hätte der hämische Spruch „Poseidon, in Vertretung der Stadt Duisburg grüßt die Binnenschifffahrt“ ein sehr viel ehrlicheres wenn auch verknittertes Gesicht.

Wenn man den Kanal befährt und den Rhein hinter sich lassend, ca. 4 Kilometer weiter hinein fährt, an den anderen daran angrenzenden Hafenbecken vorbei, die nur einfallslos Becken A, B. und C heißen, gelangt man schließlich an die Schleuse Meidrich. Es handelt sich dabei, je nachdem aus welcher Richtung man diese Hafenanlage passiert, um die erste bzw. letzte Schleuse des Rhein Herne Kanals.

Beachtlicher Weise ist dies der Beginn einer gigantischen Nebenader, einer Abzweigung der Hauptschlagader des Vaters Rheins. Ein scheinbar lebender Organismus, wenn man das mal so vermenschlichen darf und all dem etwas mehr Leben einhauchen möchte.
Sie, diese Nebenader führt links und rechts immer wieder in viele weitere kleine Äderchen in Richtung, Essen, Dortmund, Lingen, Hannover, Minden, Braunschweig, Magdeburg, Halle, Bremen, Hamburg, Berlin, sogar Stettin, Rostock usw. immer in andere „Koronargefäße“ oder Kanäle und Flüsse wie Weser, Elbe, Oder und Saale die abzweigend in alle Richtungen führen.
Jaja, Binnenschiffe wühlen sich wortwörtlich in alle vom lieben Gott gegebene Himmelsrichtungen.

Doch wollte ja eigentlich von meiner neuesten miesen Geschichte in Duisburg erzählen.

In der Ruhrmündung also, hundert Meter oberhalb, Stromaufwärts der Hafenkanaleinfahrt,
Links (Backbord) Einfahrt Hafenkanal, direkt vor uns die Einfahrt in die Ruhmündung.
wären wohl zwei, drei Liegeplätze an ein paar in den Flussgrund eingerammten Dalben, diesen dicken Eisenrohren. Aber es gibt dort keine Landverbindung und man müsste ein Beiboot zu Wasser bringen. Und ob diese Dalben frei sind garantiert auch keiner, sieht man also erst, wenn man direkt mit seinem Schiff davor ist. Wenn diese Dalben leider belegt sind, muss man eben wieder rückwärts aus der Ruhrmündung ausfahren und sein Glück nach einem Liegeplatz wo anders suchen.

Einfahrt Ruhrmündung

Links, bzw. Backbord, Liegeplätze an diesen Rohren oder Dalben, die keine Landverbindung haben. Zufahrt und Zugang ist mehr als schwierig.

Im Hafenkanal müsste ich allerdings einen guten Kilometer in Richtung Schleuse Meidrich in diesen Kanal hineinfahren bis zum nächsten Liegeplatz, an den ich mich offiziell hinlegen dürfte, wenn denn dieser frei sein sollte, was ich erst erfahren würde, wenn ich dort bin.

Doch alles, was ich in diesen Kanal Schiff voraus befahre muss ich nach dieser Reparatur anschließend wieder rückwärts raus fahren. Oder ich fahre weitere 1000 Meter hinein, zur nächsten Wendemöglichkeit, dann vorwärts wieder 2000 Meter durch den Kanal in Richtung Rhein, um dort wieder, aus der Hafenausfahrt hinaus zu Berg, gegen den Strom zu wenden, wieder in Richtung Karlsruhe. Aber ganz ehrlich und für jeden, der nur einen Funken nautischen Sachverstand hat nachvollziehbar, ich hatte weder Bock so schwer beladen 1000 Meter rückwärts zu fahren, noch hatte ich Lust, noch weiter in diesen Kanal hinein zu fahren, zu wenden, wieder raus zufahren, um dann wieder in den Rhein, gegen den Strom, zu Berg zu wenden. Das kostet viel Zeit und macht unter Umständen richtig viel Arbeit.

Kurzum, ich orderte alle zu erwartenden Monteure zur Hafeneinfahrt im Hafenkanal. Direkt nach dieser Kanaleinfahrt vom Rhein aus gesehen, auf der Steuerbord Seite, befindet sich dort ein Liegeplatz für Schubleichter, für unbemannte Fahrzeuge, die mit Schubschiffen bewegt werden.

Warum man zum Teufel, unbemannten Fahrzeugen einen Liegeplatz mit Landverbindung einrichten muss, werde ich in 1000 Jahren nicht begreifen. Wo es doch nur paar Hundert Meter weiter Liegeplätze in der Ruhrmündung gibt, die keine Landverbindungen haben.

Auf diesen Kohle- und Eisenerzkisten befinden sich nicht einmal Ratten, die mal an Land wollen oder müssen. Wie dumm, unbemannten Fahrzeuge Liegeplätze mit und bemannten Fahrzeuge ohne Landverbindung zur Verfügung zu stellen. Finde den Fehler… Wenn ich unser Schiff angelegt habe, werde ich mich ordnungsgemäß beim Hafenmeister auf Kanal 14 melden und ihn kurz informieren, dass wir eine kleine Reparatur machen und in maximal einer Stunde wieder verschwunden sind, so nahm ich es mir vor. Doch noch bevor das Achterschiff festgemacht war, kam dieses kleine Hafenmeisterboot des Hafenbetreibers Duisburg den Hafenkanal hinabfahrend, um die Kurve. Und da ich wegen meines Vorhabens schon auf Kanal 14 stand, rief mich diese dominierend mächtige Stimme über das Funkgerät auf Kanal 14. „……., seit wann seit ihr denn ein Schubleichter, oder könnt Ihr die Beschilderung, die an Land diese Liegeplätze für Schubleichter kennzeichnet, nicht lesen?“ Er mutmaßte also, ich wäre ein recht dummer Schiffsführer, mit über 40 Jahren Berufserfahrung.

Sein Paragraphendenken und sein Machtverlangen schloss demnach von vornherein aus, dass es einen anderen, eventuell gewichtigen Grund geben könnte, warum ich dort anlegte. Zum Beispiel ein technisches Problem, oder sogar ein menschlich medizinisches Problem oder ähnliches. Nein, er war der Meinung, ich müsste erst einmal einfach nur dumm sein und könnte die Schilder nicht lesen oder wüsste nicht, dass dieser seit Jahrzehnten bestehende Schubleichterliegeplatz, überflüssiger Weise noch immer einer war, obwohl unbemannte Fahrzeuge genauso gut auf dem Rhein vor Anker liegen könnten, wie in anderen Häfen.

Da dieser saublöde Spruch so unerwartet, herablassend aber auch dem Verlangen freundlich miteinander umzugehen in nichts nahe stand, sagte ich, dennoch erstmal cool und sachlich: „Ich wollte mich gerade melden und Bescheid geben, Sie sind mir nur zuvor gekommen.“ Er meinte: „Jaja das sagen sie alle, Sie sind trotzdem kein Schubleichter, Sie dürfen da nicht liegen“. So langsam erhöhte sich mein Blutdruck für solch ein stupides Unverständnis. „Hören Sie mal“, sagte ich,“ ich habe nur eine kleine Reparatur und wirklich kein Interesse 1000 Meter in diesen Kanal zu fahren, um zu sehen ob eventuell ein Liegeplatz frei ist, wo Sie mir das Anlegen gestatten. Außerdem müsste ich diese 1000 Meter rückwärts wieder raus fahren, für eine Arbeit, die schneller erledigt ist als ich diesen Hafen wieder verlassen kann, das muss Ihnen doch einleuchten.“ „Das ändert doch nichts daran, dass Sie an einem Schubleichter Liegeplatz liegen“, wiederholte er sich auf sein langsam wachsendes persönliches Verlangen hin, recht zu behalten, und „Wenn da ein Schubschiff kommt und Schubleichter aufnehmen möchte sind Sie ein Hindernis.“

Blubber blubber stellten sich so langsam meine Nackenhaare auf….. „Hören Sie mal, dieses Schiff ist voll funktionstüchtig und manövrierfähig, keines der Besatzungsmitglieder verlässt das Schiff, wir haben hier schneller wieder abgelegt als dieses, wenn es denn kommen sollte, das Schubschiff, hier anlegen kann.“ und „Was ist mit ihrem Nautischen Sachverstand“? fragte ich noch. Zweifelte somit ebenfalls sehr an seiner Fachkenntnis, wie er es vorher auch von mir bezweifelte, ohne ein Wort mit mir gewechselt zu haben. „Das hat damit nichts zu tun, die Beschilderung hat einen Grund“, meinte er.

„Fair“ständnis, Fach-  und Sachverstand zu erahnen war wohl ein sehr großer Fehler. „Also passen Sie mal auf “sagte ich, ohne die Sprechtaste loszulassen damit er mir nicht ins Wort fallen konnte, nun abschließend selbst dominierend. „Ich habe eine kleine Reparatur, 4 verschiedene Monteure sind hier her bestellt, zwei davon sind schon an Bord. Die ganze Aktion dauerte maximal eine Stunde, dann bin ich wieder weg. Sollte ein Schubschiff kommen, was ich bei dieser freien Sicht schon lange bevor es da ist, sehen kann, habe ich in 5 Minuten hier abgelegt. Ich werde die Monteure nicht wieder an Land schicken, damit die mir mit ihrem PKW hinterherfahren bis ich vielleicht irgendwann einen neuen Liegeplatz gefunden habe. In einer Stunde verlasse ich den Hafenkanal, sollte es aus irgendeinem nicht vorhersehbaren Grund länger dauern, suche ich einen neuen Liegeplatz und werde umgehend Bescheid geben. 15:30 h werde ich den Hafen verlassen, das Gespräch ist hiermit beendet“, und schaltete das Funkgerät ohne auf sein Kommentar zu warten auf einen anderen Kanal.

Er richtete den Kurs seines Bootes tatsächlich auf uns und fuhr auf uns zu und ich dachte, mach jetzt bloß keinen Fehler und fahr bitte weiter, es wäre eine äußerst ungünstige Gelegenheit mir gerade jetzt gegenüber zu treten, so sauer wie ich war. Doch drehte er vorher ab, als hätte er meine Gedanken hören können und noch bevor er in gleicher Höhe mit unserem Steuerhauses war, wandte ich mich von seinem, womöglich seit Jahrzehnten geübten bösen Blick ab und ließ ihn unbeachtet ziehen. Alles flutschte, die Reparatur lief wie am Schnürchen und schon 15:15 Uhr begannen wir das Schiff rückwärts aus dem Hafenkanal zu fahren. Der Verdacht, diese eigentlich erbärmliche und boshafter Lachnummer, diese Schande für unseren Berufszweig an Hafenmeister würde die Wasserschutzpolizei zur Hilfe holen hat sich nicht bestätigt, was mir in diesem Augenblick vollkommen egal gewesen wäre, denn ausschließlich ich würde dieses Schiff aus dem Hafen fahren, nämlich dann wenn ich und das Schiff dazu bereit sind, sprich nach dieser Reparatur. Mehr als eine Ordnungswidrigkeit oder eine Anzeige, wegen nicht Einhaltung der Hafenverordnung  hätten sie mir womöglich genugtuend nicht antun können. Bewaffnet sind sie ja noch nicht diese Hafenmeister… Verbal war ich ja sachlich und nicht beleidigend und meine Gedanken ihm die Scheißerei bis ans Ende seiner Tage zu wünschen konnte er ja nicht hören. Noch heute fehlt mir die Objektivität, sein Verhalten zu verstehen. Keine Ahnung, vielleicht hatte er eine schlechte Kindheit oder ist gelegentlich nur Sportbootfahrer und hat keinen blassen Schimmer von der Berufsschifffahrt. Oder sein Paragrahpenreiterjob hat einfach alles menschliche Denken in seiner Behördenbirne vernichtet. Wenn er nur gesagt hätte, “darf ich fragen warum Sie dort anlegen an diesem Liegeplatz für Schubleichter?“ Dann hätte ich mich sofort erklären können, stand mit dem Funkgerät doch sowieso auf Kanal 14, sonst hätte er mich gar nicht kontaktieren können, da dieser Funkkanal in Duisburg ausschließlich dem Hafendienst vorbehalten ist.


Wie auch immer, wir setzten unsere Fahrt nach Karlsruhe fort und das Gebrabbel dieser Inkompetenz in Person war längst vergessen.  Löschten in Karlsruhe Stadthafen, fuhren paar Kilometer zu Tal in den Ölhafen, um dort wieder für den Neckar nach Stuttgart zu laden. Auch in Stuttgart löschten wir wenige Tage später schon wieder und fuhren den Neckar wieder hinab, um in Mannheim aus dem Neckar hinaus zu Berg in den Rhein in Richtung Karlsruhe zu wenden. Ich erhielt eine Email... ...“Der Hafen Duisburg schreibt in letzter Zeit Rechnungen über Aufwandspauschale, wenn sich die Schiffe nicht bei der Einfahrt in den Hafen Duisburg anmelden“… hieß es darin kurz gefasst. Ganz klar nachvollziehbar ist, dass den Häfen die Kundendaten der Schiffe, welche auch diesen Hafen befahren, bekannt sind. Eben wegen dieser Hafengelder, die fällig werden könnten. Absolut nachvollziehbar und unter Umständen, hat wohl alles so sein Geltungsrecht und seine Richtigkeit. Dennoch, ebenfalls nachvollziehbar, hat also dieser Bootsführende, fachlich inkompetente, intolerante sich persönlich auf den Schlipps getrennten fühlende und sicher sehr unbeliebte Hafenmeister weitere Schritte gegen mich eingeleitet, welches die Reederei freundlicher Weise der Vernunft und Notwendigkeit wegen, informativ an alle Schiffe weiterleitete. Das wollte er wohl so nicht auf sich sitzen lassen… Der Weise Spruch, „Nichts auf dieser Welt bleib ungesühnt“ findet auf diesem Wege erstmal nur zu seiner, weiteren umfangreichen Erfolgsgeschichte genugtuende Anwendung. Herzlichen Glückwunsch. Analyse: Er hatte einen mir unerklärlichen Mehraufwand, da ja eine Aufwandspauschale begründet sein sollte, verwendet man dazu diese nicht so ganz selbstklärenden doch sehr flexibel einsatzbaren Worte.

Im Tarif über „Hafen-und Ufergeld der Duisburger Hafen AG und Hafen Duisburg-Rheinhausen GmbH-gültig ab 1. Januar2017“, findet man übrigens keinen Paragraphen oder eine Randnummer oder eine Existenz dieser genannten Aufwandspauschale, wie diese zustande kommt, diese rechtfertigt und wie hoch diese ausfallen könnte, wenn sich ein Schiff nicht ordnungsgemäß für z.B. Reparaturmaßnahmen anmeldet. Welchen Mehraufwand hatte er eigentlich, frag ich mich… Achja….. er musste Worte hören, durchdenken und Umsetzen die er womöglich noch nie in seinem Leben gehört hat. Womöglich ein gigantischer Mehraufwand… Wie auch immer, meiner Meldepflicht werde ich selbstverständlich, überall dort wo es erforderlich ist, nach wie vor nachkommen. Unvorhersehbar bleiben allerdings solche Aktionen wie ich sie an diesem Montag den 01.07.2019 erlebt habe. Ein Schiff anzusprechen und nach seinem Vorhaben zu fragen und dieses Zuvorkommen als nicht meldungswillig zu erklären, zeugt schon von einem ziemlich miesen Charakter. Das hat mir der umgreifenden Situation nicht viel oder besser gar nichts zu tun. FAZIT: Treffen tut mich all dies in kleinster Weise, außer dass ich diese ziemlich miese Geschichte über einen recht bösen, vielleicht im Leben sehr unzufriedenen Hafenmeister in Duisburg, für die Nachwelt ewig erhaltend, berichtet habe.

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